Axel Schaper: Herr Stapelfeldt, warum fällt es einigen Studenten schwer, ihre Abschlussarbeit zu verfassen?

Kai Stapelfeldt: Einige Studenten setzen sich, nachdem sie sich für eine Themenidee entschieden haben, gleich an den Schreibtisch und möchten das erste Kapitel herunter schreiben. Die ersten Arbeitsschritte bei der Master-Thesis sind aber konzeptioneller Natur. Zuerst geht es darum, Thema, Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit sowie die Gliederung zu entwickeln. Das eigentliche Schreiben beginnt erst später. Allerdings kann man sagen, dass fast alle Studenten diese Anfangsschwierigkeiten überwinden und eine gute Abschlussarbeit schreiben.

Axel Schaper: Wie sollte man beim Schreiben einer Master-Thesis vorgehen?

Kai Stapelfeldt: Wenn das Thema oder eine Themenidee bereits vorliegt, sollte sich die erste Überlegung auf die sogenannte Fragestellung und Eingrenzung des Themas beziehen. Ein Beispiel dazu zum Thema »Finanzkrise«. Nur das Stichwort Finanzkrise ist zu wolkig und wenig konkret als Thema für eine Master-Thesis. Besser ist: Die Finanzkrise 2009 – hat die Bundesregierung angemessen und rechtzeitig reagiert? Bei dieser Formulierung tritt der Untersuchungsgegenstand viel klarer hervor. Außerdem wird eine konkrete Fragestellung/These benannt, die in der Arbeit weiter verfolgt werden kann. Nämlich die Fragestellung: Hat die Bundesregierung übereilt, rechtzeitig oder verspätet reagiert? Im Laufe der Master-Thesis wird der Student Argumente und Belege sammeln und damit verdeutlichen, ob die Bundesregierung angemessen reagiert hat.

Axel Schaper: Also wann beginnt das eigentliche Schreiben einer Master-Thesis beziehungsweise Bachelor-Thesis?

Kai Stapelfeldt: Wenn der Bearbeitungszeitraum beispielsweise drei Monate beträgt, kann man davon ausgehen, dass 6 bis 8 Wochen geschrieben wird. Für die Recherche von Quellen in Bibliotheken und im Netz muss man ebenfalls Zeit einplanen. Auch das Einlesen ins Thema, das Durchdringen des Themas und die Überlegungen zu Fragestellung, Gliederung, Zielen und möglichen Ergebnissen kostet Zeit. Wichtig ist es, nicht nervös zu werden, wenn drei Wochen Bearbeitungszeit für die eigenen Master-Thesis bereits verstrichen sind und man nur wenig Text vorzuweisen hat. Tipps zur strukturierten Erstellung der Thesis finden Sie auch unter Schreiben der Master-Thesis

Axel Schaper: Welche Bedeutungen haben Fußnoten und Quellennachweise bei der Master-Thesis?

Kai Stapelfeldt: Die Fußnoten sind aus der Sicht des Prüfers sehr wichtig, da er anhand der Fußnoten nachvollziehen kann, welche Gedanken der Autor selbst entwickelt und welche Sachverhalte er aus Büchern oder anderen Quellen übernommen hat. Ein Schmücken mit »fremden Federn« verstößt gehen die Gepflogenheiten des wissenschaftlichen Arbeitens und ist zu vermeiden. Als Eigenleistung wird der Teil bezeichnet, welcher vom Studenten selbst erdacht wurde, der also somit ohne Fußnoten auskommt. Jede Mater-Thesis sollte eine Eigenleistung beinhalten, also Seiten, auf denen keine oder wenig Fußnoten verwendet werden. Außerdem einen »theoretischen Teil«, der sich an Gedanken orientiert, die aus der Literatur übernommen wurden. Dieser Teil wird viele Verweise auf die Literatur (Fußnoten) enthalten. Wie die Fußnoten konkret zu gestalten sind, hängt vom Fach und den Vorgaben des Prüfers ab. Studenten scheitern bei der Master-Thesis nicht an den Fußnoten, auch wenn diese vielen Studenten Kopfzerbrechen bereiten. Beim Thema Fußnoten und Literaturverzeichnis ist ein sorgfältiges und genaues Arbeiten wichtig, dann wird das Ergebnis dem Prüfer zusagen.

Axel Schaper: Wie erleben Ihre Studenten die Zeit des Verfassens ihrer Master-Thesis beziehungsweise Bachelor-Thesis?

Kai Stapelfeldt: Eine Abschlussarbeit in einem Studium ist immer mit etwas Stress verbunden. Es ergeben sich bei der Bearbeitung gern mal unerwartete Probleme, die bewältigt werden müssen. Bei einer Abschlussarbeit wird neben den fachlichen und methodischen Inhalten auch in gewisser Weise die mentale Stärke eines Studenten geprüft. Das Projekt Master-Thesis kann man mit einer Bergbesteigung vergleichen. Am Anfang schaut man auf den großen Berg, der sich vor einem auftürmt. Mit jedem Schritt in Richtung Gipfel wird es aber einfacher. Ist man auf der Bergspitze angekommen, erlebt man Freude über die eigene Leistung, Glück und etwas Erschöpfung von der Anstrengung. Von diesen Emotionen berichten auch viele Studenten nach Abschluss Ihrer Master-Thesis.(Ende)

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