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Ein expandierender Bildungsbereich
Fernunterricht oder wie es in der zunehmend internationalisierten Branche seit einigen Jahren heißt: DistancE-Learning, wird als flexible Weiterbildungsmethode neben Beruf und Familie immer beliebter. 326.186 Menschen in Deutschland nutzten im Jahr 2006 einen Fernlehrgang oder ein Fernstudium zur berufsbegleitenden Weiterbildung. Das sind sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Sie konnten dafür zwischen sage und schreibe 2.027 Fernlehrgängen wählen (Stand 31.12.2006). 70 Prozent davon klassifiziert die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) als E-Learning. Damit bestätigt sich der Trend, dass Fernunterricht und E-Learning begrifflich nicht mehr voneinander zu trennen sind: PC und Internet sind fester Bestandteil im Medienverbund des modernen Fernunterrichts. Und immer mehr E-Learning-Anbieter integrieren eine konsequente Betreuung durch Tutoren in ihre Kurse. Diese und weitere aktuelle Branchen-Entwicklungen gab der Fachverband Forum DistancE-Learning auf Grundlage der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamts vor kurzem bekannt.
Große Themenvielfalt und anerkannte Abschlüsse
Von den über 300.000 Fernunterrichtsteilnehmern (2006) nutzten 72 Prozent in privater Eigeninitiative einen staatlich zugelassenen Fernlehrgang zur nebenberuflichen Weiterbildung. 19 Prozent nahmen Weiterbildungsangebote der Fernhochschulen wahr, die erstmals in die Erhebung des Statistischen Bundesamtes eingegangen sind. Der Zuwachs an Fernlernenden von insgesamt sieben Prozent erklärt sich vor allem durch ein gesteigertes Interesse an hochschulischer Weiterbildung. Die Fernhochschulen reagieren auf diese Nachfrage mit eigenen Angeboten im Weiterbildungsbereich als Ergänzung zu ihren bisherigen akademischen Fernstudiengängen. Die verbleibenden neun Prozent waren Arbeitnehmer, die im Jahr 2006 an einer innerbetrieblich organisierten Fortbildung per Fernunterricht teilgenommen haben. Beliebteste Themen waren Wirtschaft (25 % aller Fernlernenden), Schulbildung (17 %) sowie Kreativität und Gesundheit (14%). Deutliche Teünehmerzuwächse verzeichnen aber auch Fernlehrgänge für Fremdsprachen (9%) sowie Pädagogik und Psychologie (8 %). "Sprachkenntnisse und psychologisches Know-how sind in der heutigen Arbeitsweit besonders gefragt", betont Dr. Martin H. Kurz, Präsident des Fachverbandes Forum DistancE-Learning. "Die Fernschulen bringen entsprechend spezialisierte Fernkurse auf den Markt."
Mehr als ein Drittel aller Fernlernenden bereitet sich per DistancE-Learning auf einen staatlichen oder öffentlich-rechtlichen Abschluss vor. "Das. moderne Arbeitsleben verlangt nach flexiblen Qualifizierungsangeboten", betont Dr. Kurz. "Immer mehr Berufstätige wie auch Familienväter und Mütter wissen, was Fernlernen und betreutes E-Learning ihnen ermöglicht, nämlich eine zeit- und ortsunabhängige Weiterbildung, auf hohem Niveau mit anerkannten Abschlüssen."
Frauen und die Generation 4Oplus sorgen für Teilnehmerzuwächse
Dass Frauen im beruflichen Sektor immer mehr aufholen, spiegelt sich auch beim Fernlernen wider: Mit 52 Prozent belegen mittlerweile durchschnittlich mehr Frauen als Männer einen Fernlehrgang. Vor 15 Jahren sah das noch ganz anders aus - 1992 betrug der Frauenanteil unter den Fernlernenden gerade einmal 32 Prozent. Frauen belegen übrigens - genauso wie die Männer - vorrangig Kurse zu Wirtschaftsthemen (56% der Teilnehmenden sind Frauen). Deutliche Unterschiede in den Interessensschwerpunkten gibt es jedoch in den Bereichen Pädagogik und Psychologie (72 % Frauenanteil) sowie Kreativität und Gesundheit (70 % Frauenanteil).
Drei Viertel aller Fernlernenden waren im vergan¬genen Jahr zwischen 20 und 40 Jahre alt. In diesem Lebensabschnitt fallen wichtige Entscheidungen im Beruf. Eine zusätzliche Qualifikation parallel zum Job kann da schnell zum entscheidenden Karrierebaustein werden. Doch die Generation 40plus holt auf, denn Lebenslanges Lernen betrifft zunehmend die Menschen in der zweiten Hälfte ihres Berufslebens. Mittlerweile sind 22 Prozent aller Fernlernenden über 40; vier Jahre zuvor waren es nur 16 Prozent. Tipp für eine individuelle Entscheidung: Es ist nie zu spät für einen Entschluss, sich hochkarätig weiterzubilden. Wenn Sie zu der Gruppe der im Beruf bereits Erfahrenen gehören: Sie sind nicht allein, wenn Sie auch dann noch Ihre Qualifikation erhöhen.
Die ersten Anbieter nach neuer Qualitätsnorm zertifiziert
Insgesamt ist das Wachstum der Branche seit Jahren ungebrochen. Die Zahl der Fernkurse ist in den ersten drei Quartalen 2007 noch einmal um sieben Prozent gewachsen. Von den derzeit 336 Instituten mit ihren gut 2.000 staatlich zugelassenen Fernlehrgängen sind über 90 Prozent hochspezialisiert und haben jeweils weniger als zehn Kurse im Programm. So gibt es ganz gezielte Kurse wie z.B. die neuen kurzen Kompaktstudien in moderner Führungslehre oder den kürzesten Kompaktkurs in multimedialer Ausrichtung für Projektmanager der AFW Wirtschaftsakademie (www.afwbadharzburg.de). Neun von zehn Fernlernenden in Deutschland sind bei einem Mitgliedsinstitut des Forum DistancE-Learning, dem maßgeblichen Fachverband, eingeschrieben. Dieser Verband für Fernlernen und Lernmedien wurde übrigens aufgrund seiner exzellenten und innovativen Arbeit als Verband des Jahres 2006 mit dem Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement (DGVM) ausgezeichnet. Mit seinen rund 90 Prozent Marktanteil steht das Forum als Garant für die hohe Qualität im Fernlernen und E-Learning. Seit knapp 40 Jahren engagiert sich die führende Branchenorganisation für Qualitätssicherung und Innovation im DistancE-Learning. So hat sie im vergangenen Jahr eine neue Qualitätsnorm "PAS 1037 - specification for distance learning providers" beim Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) konzipiert und in Kraft setzen lassen. (Ich berichtete Ihnen darüber in Folge 294 im letzten Jahr). Die PAS 1037 für Anbieter von Fernunterricht regelt durch klare Richtlinien die Unternehmensprozesse und macht einzelne Arbeitsschntte transparent. Damit wird dem Bildungskunden ein hoher Qualitätsstandard in allen Bereichen garantiert. Von der Entwicklung und Durchführung angebotener Lehrgänge über die Kompetenz und Qualifikation von Dozenten bis hin zur Betreuung von Seminaren und zu Verwaltungsvorgängen unterliegt alles strengen Auswahl- und Gestaltungskriterien. Eine Einhaltung dieser, vorgegebenen Qualitätsstandards wird regelmäßig durch einen externen Gutachter überprüft. Mittlerweile sind auch die ersten Bildungsinstitute nach der neuen Qualitätsnorm zertifiziert worden: Das IST-Studieninstitut (www.ist.de) und die Corporate Quahty Akademie (www.cqa.de).
Eine umfassende Möglichkeit zur Recherche von Fernunterrichtsangeboten bietet die Online-Datenbank des Forum DistancE-Learning unter www.forum-distance-learning.de. Für eine allgemeine telefonische Studienberatung steht die Geschäftsstelle des Fachverbandes unter 040/6 75 70-2 80 zur Verfügung.
Quelle, FAZ, 17.11.07
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