Fernstudium
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I. Begriffe des Fernstudiums/Fernunterrichts

1. Wie definieren sich die Begriffe?

Ein Fernstudium ist ein Lernvorgang, bei dem sich der Studierende fern vom Sitz des Lehrinstituts/Studien-Veranstalters und in Distanz von einem Studienort (Englisch: "Distance learning") das Wissen selbst aneignet und dabei aus der Ferne angeleitet wird. "Fernstudium" wird vielfach auch als Gattungsbegriff für alle Arten des Fernunterrichts verwendet.

2. Wie unterscheiden sich die Begriffe Fernstudium, Selbststudium, Heimstudium?

Fernstudium, Selbststudium und Heimstudium sind im Wesentlichen synonyme (gleichbedeutende) Begriffe, deren Formulierung jeweils auf einen anderen Aspekt des Lernens abzielen: der Begriff Fernstudium auf die Distanz zum Lehrinstitut, der Begriff Selbststudium auf das selbst bestimmte Lernen, der Begriff Heimstudium darauf, dass das Fernstudium meist beim Studierenden zu Hause stattfindet.

3. Worin besteht der Unterschied zwischen Fernstudium und Fernunterricht?

Mit Fernstudium bezeichnet der herrschende Sprachgebrauch meist das vollakademische Fernlernen, das von Universitäten und Hochschulen angeboten wird und mit einem staatlichen Abschluss endet (zum Beispiel Bachelor, Master). Unter Fernunterricht hingegen versteht der Sprachgebrauch nicht-universitäre Fernlehrgänge, die von privaten Lehrinstituten veranstaltet werden, staatlich geprüft und zugelassen sind, aber keinen akademischen Abschluss nach sich ziehen. Fernstudien und Fernunterricht können sich inhaltlich und fachlich durchaus auf gleich hohem Niveau vollziehen; als Differenz bleibt dann lediglich ein Status-Unterschied.

4. Was ist der generelle Unterschied zwischen Fernstudium und Präsenzstudium?

Bei Fernstudium und Fernunterricht eignet sich der Studierende den Lernstoff beim Durcharbeiten von Studienbriefen (Lehrbriefen) und beim Lösen von Studienaufgaben an. Im Präsenzstudium ist der Studierende meist am Ort des Studienveranstalters und nimmt an Vorlesungen und Seminaren teil. Bei der afw Wirtschaftsakademie haben die Fernstudierenden die Möglichkeit, freiwillig zu besonderen Vorzugskonditionen an Präsenz-Seminaren teilzunehmen.

5. Was sind die grundsätzlichen/allgemeinen Vorteile eines Fernstudiums?

Hauptvorteil des Fernstudiums/Fernunterrichts ist, dass sie berufsbegleitend absolviert werden können und nicht in ein starres Unterrichtssystem eingebettet sind, sondern im Wesentlichen von der Eigendynamik und Lerndisziplin des Studierenden bestimmt sind. Der Fernlerner kann Studienbeginn, Lernintensität, Studiendauer und -abschluss innerhalb moderater Regeln selbst bestimmen. So können berufliche und familiäre Lebensbedingungen mit Lern-Interessen in Einklang gebracht werden.

6. Welches sind die hauptsächlichen beruflichen Bildungsziele des Fernunterrichts?

Im Rahmen des Fernunterrichts kann grundsätzlich das gesamte Spektrum möglicher schulischer und beruflicher Bildungsziele angestrebt werden, das auch auf anderen Bildungswegen erreichbar ist (zum Beispiel Vollzeit-, Teilzeit- oder Abendunterricht). Durch Fernstudien lassen sich vor allem berufsbildende Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben, die für berufliche Anpassung, Umschulung, Aufstieg, für Arbeitsplatzwechsel oder Quereinstieg oder das Nachholen schulischer und beruflicher Abschlüsse erforderlich sind.

7. Welche Fächer kann man beim Fernstudium, welche beim Fernunterricht belegen?

Im Fernstudium kann man Weiterbildung in all den Fächern betreiben, für die es auch ein grundständiges Vollstudium gibt, das mit Diplom, Bachelor- oder Master-Degree abschließt. Auch im Fernunterricht kann man Abschlüsse in klassischen Studien-Disziplinen (zum Beispiel in BWL, Recht oder Ingenieurswesen) erwerben, dann aber nicht mit staatlichen, sondern mit instituts-internen Diplomen, die zum Teil weithin bekannt und anerkannt sind.

8. Was ist der Unterschied zwischen staatlichem und privatem Fernunterricht?

Die überwiegende Zahl (zirka 80 %) aller 460 Träger des Fernunterrichts (2017) sind private Träger: Privathochschulen, Akademien, Fernschulen, Verlage, Verbände und Vereine, Stiftungen und Privatpersonen. Ein kleiner Teil der Träger sind Anstalten öffentlichen Rechts, die staatliche Aufgaben wahrnehmen (etwa Handels- und Handwerkskammern, Berufsbildungswerke). Etwa 10 % der Veranstalter haben staatlichen Status (Universitäten, (Fach)hochschulen, Bundesinstitute). Staatliche Lehrinstitutionen dienen der wissenschaftlichen Weiterbildung nach staatlichen Studienabschlüssen. Die öffentlich-rechtlichen bieten Fernkurse für die staatlich geregelte berufliche Aus- und Weiterbildung an. Private Träger von Fernkursen vermitteln indes eine breite Palette schulischer, beruflicher, kultureller, sportlicher, religiöser Kenntnisse und Fertigkeiten mit Abschlüssen, die meist dem beruflichen Fortkommen, aber auch allgemeinen gesellschaftlichen und Freizeit-Interessen dienen. Ausnahmslos alle öffentlich angebotenen, beruflich relevanten Fernlehrgänge bedürfen der staatlichen Zulassung.

9. Von welcher staatlichen Stelle werden die Fernlern-Angebote zugelassen?

Zulassungsbehörde ist die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) mit Sitz in Köln. Das FernunterichtsschutzGesetz (FernUSG) vom 1. Januar 1977 schreibt bindend vor, dass alle allgemeinen oder berufsbildenden Fernlehrgänge von der ZFU auf ihre fachliche, didaktische und ethische Qualität überprüft und zugelassen werden müssen. Erst danach dürfen sie auf vertraglicher Basis angeboten werden.

10. Kann ein Fernstudium/Fernlehrgang ein Bachelor-/Masterstudium ersetzen?

Ja, ein akademisches Fernstudium an einer Fern(fach)hochschule kann wie jedes grundständige Präsenzstudium der Erstausbildung dienen. In der Regel sind Fernstudien und Fernlehrgänge postgradual, das heißt, sie setzen eine Erstausbildung voraus. Fernunterricht kann auch eine Ersatz- oder Zusatzausbildung für diejenigen sein, die kein Präsenzstudium an einer Fachhochschule oder Uni absolviert haben. Für sie ist solch ein Vollstudium im fortgeschrittenen Alter oder nach langjähriger Berufstätigkeit nicht mehr sinnvoll, weil dies langjährige Praxiserfahrung nicht ersetzen kann, andererseits aber eine mehrjährige Unterbrechung (und Gefährdung) der Berufstätigkeit bedeuten würde.

11. Welche Abschlüsse kann der Fernstudierende erzielen?

Bildungswillige können im Fernstudium alle Abschlüsse erzielen, die sie beruflich weiterführen: vom Hauptschulabschluss über das Abitur als Studienberechtigung, den Fachwirt (IHK), Teilnahme-Zertifikate, Diplome von privaten Studienträgern (etwa Akademien oder Fachhochschulen) bis zum vollakademischen Hochschul-Titel.

12. Gibt es beim Fernstudium nur die Aufnahme einzelner oder auch kollektiver Studien (zum Beispiel von Unternehmen, Branchen, Verbänden...)?

Es bestehen drei Varianten für den Einstieg in den Fernunterricht: Entweder der Studierende entscheidet unabhängig im Alleingang, wo und wann er welches Fernstudium belegen will. Oder der Studierende folgt der Empfehlung seines Arbeitgebers oder Wirtschaftsverbands, die mit einem Bildungsträger Rahmen-Bedingungen vereinbart haben. Oder er nimmt das Angebot seines Arbeitgebers wahr, an einem geförderten und betreuten "kollektiven" Fernstudium gemeinsam mit mehreren anderen Mitarbeitern des Unternehmens/der Behörde gleichzeitig teilzunehmen.

13. Seit wann gibt es öffentliche Fernstudien-Angebote für Manager/Führungskräfte?

Offen angebotene Fernstudien gibt es seit Anfang der 60er Jahre. Einer der ersten Pioniere berufsbildender Fernkurse war die Akademie für Fernstudium und Weiterbildung (afw), Rechtsvorgängerin der heutigen afw Wirtschaftsakademie in Bad Harzburg. Unterstützt vom Bundesminister für Bildung und Forschung sowie von der Bundesanstalt für Arbeit entwickelte sie zunächst testweise mit einzelnen Unternehmen Modelle eines "Kollektiven Fernstudiums" für Führungskräfte, die wenig später (1963) auch offen und einzelnen Teilnehmern angeboten wurden.

14. Wie kann der Interessent Qualität und Ansehen von Fernlehrinstituten überprüfen?

Der Interessent kann Qualität, Reputation und zuverlässige Abwicklung eines Fernlehr-Angebots nicht bei allen Anbietern vor Abschluss des Lehrvertrags selbst überprüfen. Er muss sich weitgehend auf die Zulassung durch die ZFU verlassen, die Inhalte und Didaktik darauf untersucht, ob das angegebene Lehrgangsziel mit dem Fernlehrgang erreichbar ist. Ebenso begutachtet die ZFU die Teilnehmer-Information und die Werbeaussagen des Anbieters. Einige Institute ermöglichen vor Vertragsschluss Einblicke in Studienbrief-Muster, halten Orientierungs-Seminare, geben ausführliche individuelle Berufsberatung oder gewähren die Möglichkeit des Kontakts zu Absolventen des gefragten Studiengangs (wie zum Beispiel die afw).

15. Welches sind die Fernlehrinstitute, Fernakademien oder Fernschulen mit dem höchsten Bekanntheitsgrad?

Eine repräsentative Umfrage unter Personal- und Weiterbildungs-Fachleuten in Deutschland, die kürzlich vom Meinungsforschungs-Institut Forsa durchgeführt wurde, ergab einen Bekanntheitsgrad der privaten Fernlehr-Anbieter in folgender Reihenfolge: ILS Institut für Lernsysteme (44 %), Fernuniversität Hagen (42 %), SGD Studiengemeinschaft Darmstadt (33 %), afw Bad Harzburg (28 %), Akad-GmbH (24 %)…

II. Anerkennung/Zulassungs-Voraussetzungen

1. Gibt es beim Fernstudium einen Verbraucherschutz oder eine Qualitätsgarantie?

Ja, die Prüfung und Zulassung jedes einzelnen Fernlehrgangs durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) ist der beste denkbare Verbraucherschutz.

2. Welche Fernkurse sind staatlich zugelassen und welche staatlich anerkannt - was ist der Unterschied?

Staatlich zugelassen werden alle Fernlehrgänge, die die Qualitätsprüfung der ZFU bestanden haben. Zusätzlich staatlich anerkannt sind alle Fernstudien, die von staatlichen Institutionen und öffentlich-rechtlichen Anstalten aus eigenem Recht angeboten werden, also von Universitäten und Hochschulen oder Industrie- und Handelskammern (IHK).

3. Welche Funktionen und Kontroll-Befugnisse hat die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU)?

Die Zulassung stellt sicher, dass mit dem einzelnen Fernlehrgang das angestrebte und ausgelobte Lernziel erreicht werden kann, dass der Lehrgang dem neuesten Stand der Fachwissenschaft entspricht, dass der Praxisbezug ausreicht und dass Betreuung und Lernkontrolle gesichert sind. Die ZFU kann die Zulassung verweigern oder zulassungspflichtige, aber nicht zugelassene Fernstudien aus dem Markt nehmen.

4. Woran erkennt der Studierende, ob ein Fernlehrgang staatlich zugelassen ist?

Zugelassene Fernlehrgänge erhalten die Berechtigung, ein Zulassungssiegel zu tragen, dem eine Zulassungsnummer beigefügt ist. Diese Nummer muss der Veranstalter in seinem Informationsmaterial als nachprüfbaren Hinweis auf die Zulassung deutlich sichtbar machen.

5. Ist es möglich, ein Fernstudium/den Fernunterricht auch ohne Abitur zu belegen?

Ja. Ein Abitur-Zeugnis ist nur dann Voraussetzung, wenn dies ausdrücklich vorgeschrieben ist, zum Beispiel bei bundesrechtlich geregelten Fortbildungs-Kursen. Die meisten zugelassenen Fernlehrgänge sind ohne Abitur zugänglich. Bei postgradualen staatlichen Weiterbildungs-Studien gilt der Abiturnachweis mit Vorlage des Hochschuldiploms als erbracht. Die afw bietet ein MBA-Fernstudium mit akademischem Grad für die Fachhochschule Burgenland (Österreich) an, das auch ohne Abitur und Erststudium absolviert werden kann, wenn die sonstigen Voraussetzungen vorliegen (zum Beispiel Abschluss nach dem Deutschen Qualitätsrahmen Stufe 6 wie Betriebswirt/in IHK, Staatlich geprüfte Betriebswirte und Techniker, Fachkaufleute und -wirte oder Meister).

6. Welche allgemein gültigen Zulassungsvoraussetzungen gibt es beim Fernstudium?

Die Zulassungsbedingungen zum Antritt eines Fernstudiums und zur Teilnahme an Abschlussprüfungen sind in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Sie sind von Bundesland zu Bundesland und von Bildungsträger zu Bildungsträger unterschiedlich. Gefordert werden der Nachweis bestimmter Schulabschlüsse, einer abgeschlossenen Berufsausbildung, die Dauer einer speziellen beruflichen Tätigkeit oder bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten. In ihrem Informationsmaterial müssen Fernlehrinstitute eindeutige Zulassungsbedingungen angeben.

7. Wann muss sich der Bildungswillige zum Fernstudium bewerben und wann braucht er sich einfach nur anzumelden?

Meistens genügt die einfache Anmeldung/Einschreibung/Immatrikulation. Der angehende Studierende belegt die geforderten Zulassungsvoraussetzungen in der Regel mit seinem Lebenslauf und Zeugniskopien. Wenn er die Zulassungsvoraussetzungen nicht (voll) erfüllt, so kann er eine gleichwertige Qualifikation anbieten - etwa statt eines abgeschlossenen BWL-Studiums eine längere Berufserfahrung oder eine leitende Stellung. Eine Bewerbung ist immer dann notwendig, wenn die Teilnehmerzahl begrenzt oder/und ein Teilnehmer-Auswahlverfahren vorgesehen ist. Dies ist in der Regel bei staatlichen Studien an Hochschulen der Fall.

8. Welche Prüfungen und welche Teilnahme-Testate gibt es beim Fernstudium? (Diplome, Zertifikate, Teilnahme-Bescheinigung... )

Ziel des staatlichen Fernstudiums ist der Erwerb eines akademischen Diploms, eines Bachelor- oder Master-Titels - genau wie beim grundständigen Präsenzstudium. Bei staatlich zugelassenen, nicht-akademischen berufsbegleitenden Fernkursen schließt der Fernunterricht mit institutsinternen Titeln wie zum Beispiel mit dem "Harzburg-Diplom", einem Zertifikat oder einer Teilnahme-Bescheinigung.

9. Sind Fernstudien-Abschlüsse als Voraussetzung weiterführender Studien anerkannt?

Sie sind nicht generell und nicht überall anerkannt. Ihre Anerkennung als Vorleistung für eine spätere Aus- oder Weiterbildung ist ins Ermessen der Bildungsträger weiterführender Studien gestellt. Die Anerkennung hängt meist vom Ansehen und vom Bekanntheitsgrad des Trägers und seiner Abschlüsse ab. Immer anerkannt werden Hauptschul- und Realschul-Abschlüsse sowie Abiturzeugnisse, denn sie sind eigens zum Zweck der Vorlage bei weiterführenden Bildungsträgern verliehen worden.

10. Sind Fernstudien-Abschlüsse in der Wirtschaft anerkannt?

Fernstudien-Abschlüsse sind in der Wirtschaft angesehen, weil sie Bildungswillen, Eigeninitiative und Entwicklungs-Kompetenz des Studierenden unter Beweis stellen. Dabei haben sich qualifizierte Abschlüsse bekannter deutscher Bildungsträger oder hochspezialisierter Nischen-Anbieter besonders hohes Ansehen erworben, weil die Absolventen ihr erhöhtes Leistungs-Potenzial einbringen können. Die Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) beurteilt das Ansehen des Fernunterrichts positiv: "Fernunterricht hat sich als eine erfolgreiche und praxisnahe Weiterbildungsform erwiesen. Die Vorteile des Fernlernens und der wachsende Weiterbildungs-Bedarf der Betriebe machen den Fernunterricht zu einem Bildungsweg mit Zukunft."

III. Studienbeginn und Studienverlauf

1. Ist ein Fernstudierender an feste Anfangs- und Schluss-Zeiten gebunden?

Nein, ein Fernstudierender ist grundsätzlich nicht an feste Studienzeiten gebunden. Er (oder sie) kann den Zeitpunkt der Anmeldung, des Studienbeginns, den Studienverlauf und das Ende des Studiums selbst frei bestimmen, muss dabei jedoch gewisse Rahmenbedingungen akzeptieren.

2. Wie lang ist die durchschnittliche (Regel-)Studiendauer beim Fernstudium?

Die meisten Fernlehrgänge geben eine Regelstudienzeit vor. Eine "durchschnittliche" Studienzeit zu nennen, ist unmöglich und hat auch keinen Sinn, weil jedem einzelnen Studium eine den Anforderungen des Lernstoffs entsprechende Regelstudienzeit entspricht. Bei der afw Wirtschaftsakademie variieren die Regelstudienzeiten von vier bis 24 Monaten.

3. Kann der einzelne Teilnehmer die Regelstudienzeit verkürzen oder verlängern?

Ja, bei kontinuierlichem Lernen bearbeitet er jeden Monat einen Lehrbrief bei einer durchschnittlichen Lernzeit von 30 Stunden. Dies entspricht ca. 8 Stunden pro Woche. Besteht also ein Fernlehrgang aus 16 Lehrbriefen, so beträgt die Regelstudienzeit 16 Monate. Bei der afw Bad Harzburg kann jeder Studierende die Gesamtstudienzeit ohne Zuzahlung maximal auf die doppelte Dauer, also in diesem Fall auf 32 Monate, verlängern. Eine Verkürzung der Regelstudienzeit ist ebenfalls möglich und wird in der Regel von dem einzelnen Teilnehmer mit den Fernlehrinstituten gesondert vereinbart. Bei der afw können sich die Studierenden zum Beispiel für die sogenannte Sprintvariante anmelden und ihren Abschluss in der Hälfte der Regelstudienzeit erreichen. Die Ratenzahlungen bleiben auf Wunsch aber auf die Dauer der Regelstudienzeit verteilt.

4. Können Vorleistungen aus anderen Studiengängen auf die Studienzeit angerechnet oder bestimmte Studien-Module übersprungen werden?

Grundsätzlich werden alle Lehrinstitute dies akzeptieren, auch wenn der oder die Studierende die Vorleistungen bei anderen Bildungsträgern erbracht hat, sofern früher abgeleistete Studienteile nicht länger als eine bestimmte Zeit zurückliegen (zum Beispiel zwei Jahre) und wenn der Lehrstoff nicht inzwischen auf den neuesten Wissensstand aktualisiert worden ist.

5. Gehören zum Fernstudium auch Präsenz-Seminare?

Bei Fernakademien können studienbegleitende Präsenz-Seminare integrierter Bestandteil des Studiums sein. Bei der afw haben die Fernstudierenden die Möglichkeit, freiwillig zu besonderen Vorzugskonditionen an einem oder mehreren Präsenz-Seminaren teilzunehmen. Diese hochwertigen und erstklassig beurteilten Seminare werden gleichermaßen von Fernstudierenden und Mitarbeitern von Unternehmen besucht. Die Teilnahme an diesen Seminaren ist aber keine Voraussetzung für eine erfolgreiche Abschlussprüfung. Neben Präsenz-Seminaren bietet die afw auch Online-Seminare (Webinare) live an. Hier können die Teilnehmer Ihr BWL- oder Management-Wissen durch spannende, motivierende, an der betrieblichen Praxis orientierte Vorträge und Präsentationen erweitern, die nie länge als eine Stunde dauern. Für Fernstudierende der afw sind diese Webinare kostenlos.

6. Was sind so genannte Orientierungs-Seminare?

Orientierungsseminare sind eine teilnehmer-orientierte Zusatzleistung einiger Fernstudien-Anbieter (wie der afw). Sie sind als Studieneinstiegs- und Lernhilfe für Interessenten und Studierende in der Anfangsphase gedacht. Studienbewerber und Studienteilnehmer lernen ihre Partner im Bildungsinstitut persönlich kennen und erhalten wichtige Informationen und Hinweise über die Besonderheiten und zur Durchführung des Fernstudiums. Sie werden auf ihre Studienzeit eingestimmt, individuell beraten und nehmen die Chance wahr, erstmals andere Fernstudierende kennen zu lernen.

7. Unter den Fernstudien-Veranstaltern gibt es Generalisten und Spezialisten - was ist der Unterschied?

Die Generalisten unter den Fernlehrinstituten bieten Studiengänge für ganz unterschiedliche Wirtschaftsbereiche oder Berufsgruppen an und bedienen ein stark differenziertes Massenpublikum; entsprechend ist das Angebot für den Einzelnen nicht so überschaubar und lässt weniger Raum für individuelle Beziehungen zwischen den Bildungspartnern. Spezialisten hingegen konzentrieren ihr Studienangebot auf enger begrenzte Segmente des Berufslebens, rekrutieren ihre Autoren und Dozenten ausschließlich aus erfahrenen Berufspraktikern, bringen eigene langjährige Lehrerfahrungen in den Lernstoff und die Lerndidaktik ein, ermöglichen einen erschöpfenden Überblick über ihr Täigkeitsfeld und gewähren ihren Studierenden intensive persönliche Kontakte und Impulse. Punktuelle und individuelle Betreuung durch hoch spezialisierte Bildungsträger haben zur Folge, dass deren Studierende zu einem hohen Prozentsatz ihr Fernstudium bis zum Ende durchstehen und die Abschlussprüfung bestehen.

8. Gibt es Fernstudien-Spezialisten, die ausschließlich Fernkurse für Führungskräfte und Führungsnachwuchskräfte durchführen?

Es gibt Spezialstudien für eine große Zahl von akademischen und nicht-akademischen Berufsgruppen oder Bildungsziele - zum Beispiel für Sprachlerner, Informatiker, Betriebswirte, Psychologen. Für Führungs- und Nachwuchskräfte jedoch, die das Führen, Anleiten und Motivieren von Menschen (Mitarbeitern) erlernen möchten, gibt es Spezialanbieter. Die afw Wirtschaftsakademie in Bad Harzburg ist einer von ihnen.

9. Welche Vorteile oder Nachteile hat das Fernstudium bei einem Spezialisten?

Hauptvorteile des Fernstudiums beim Spezialisten sind Überschaubarkeit des Angebots, das Profitieren vom hoch spezialisierten Erfahrungen, die intensive individuelle Beratung und Betreuung von Interessenten, Teilnehmern und Prüflingen sowie die ausgeprägt rasche Regelung aller individuellen Angelegenheiten. Als "Nachteil" können höhere fachliche Anforderungen, der Schwierigkeitsgrad des Wissenserwerbs und - daraus resultierend - vergleichsweise etwas höhere Studiengebühren empfunden werden.

10. Welche Vor- oder Nachteile hat das Fernstudium bei einem Generalisten?

Als Vorteile werden vom Generalisten die Größe des Unternehmens, Marktmacht und Bekanntheitsgrad herausgestellt. Als Nachteile werden von Studierenden genannt: die hohe Normierung und Schematisierung rationalisierter Abläufe des Studienbetriebs und weniger individuelle Betreuung und Beratung.

11. Unter welchen Voraussetzungen kann der Teilnehmer auch im Ausland, also in weiterer Ferne - fernstudieren?

Es gehört zu den Vorzügen des Fernstudiums, dass es überall auf der Welt - fern vom Sitz des Studienanbieters und vom Lehrpersonal - gleichermaßen geleistet werden kann. Anmeldung, telefonische oder elektronische Beratung und Betreuung, der Abruf von Studienbriefen und Lernmaterial, die Einsendung und Korrektur von Studienaufgaben können inzwischen problemlos online und weltweit abgewickelt werden. Die Teilnahme an obligaten Präsenz-Seminaren kann bei gelegentlichen Inlandsbesuchen oder bei Partner-Instituten im Ausland erfolgen oder durch individuelle Absprachen durch andere, gleichwertige Leistungen kompensiert werden.

12. Kann die Abschlussprüfung auch während des Auslands-Aufenthalts (im fremden Land) abgelegt werden?

Ja, die Abschlussprüfung für ein staatlich zugelassenes Fernstudium kann nach Rücksprache mit einem international agierenden Institut (wie der afw Bad Harzburg) in den Firmen der Auslandsstudierenden oder bei staatlichen oder kulturellen Institutionen der Bundesrepublik im Ausland unter Aufsicht abgenommen werden (zum Beispiel bei einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder bei einem Goethe-Institut). Wenn das Fernlehr-Institut Lizenzverträge mit Bildungsträgern im Ausland unterhält, ist es wahlweise auch möglich, das Fernstudium in einer anderen Sprache (als der deutschen) zu leisten. Die afw Wirtschaftsakademie kann Fernstudien zu Management- und Führungsthemen zum Beispiel in Russland, einigen GUS-Staaten oder in Lettland und Litauen vermitteln.

IV. Studiengebühren und -finanzierung

1. Mit welchen Kosten (Kostenarten) muss der/die Fernstudierende rechnen?

Der Fernstudierende muss mit drei Kostenarten rechnen: Lehrgangsgebühren und Prüfungsgebühren, Zuzahlungen für begleitenden Präsenzunterricht oder für Projektarbeit sowie Ausgaben für Reisen und Übernachtungen, wenn er an verpflichtenden oder freiwilligen Präsenzkursen teilnimmt. Die Gebühren und Zuzahlungen berechnet der Bildungsträger; Reisespesen muss der Teilnehmer an die Leistungsträger direkt begleichen.

2. Wie hoch sind die Studiengebühren ?

Die Studien- oder Lehrgangsgebühren bemessen sich nach der Dauer des Fernunterrichts bzw. nach der Anzahl der monatlichen Studienbriefe. Sie werden typischerweise in monatlichen Raten fällig. Faustregel: Je kürzer das Studium, desto höher die Monatsgebühr. Beispiele: **Bei einer Regelstudienzeit von 16 Monaten mit 16 Studienbriefen beträgt die Studiengebühr 16 x 118 Euro. Für die Dauer eines kompletten Kurzstudiums von nur sechs Monaten beträgt die Studiengebühr 184 Euro je Studienbrief. Die Prüfungsgebühren betragen 128 bis 180 Euro. Die Beträge sind Endbeträge, denn sämtliche Leistungen des Fernstudiums unterliegen nicht der Mehrwertsteuer.

** Die Gebühren-Beispiele stammen von der afw Wirtschaftsakademie Bad Harzburg.

3. Was im Einzelnen ist in diesen Studiengebühren enthalten?

Die Studiengebühren decken in der Regel sämtliche Material- und Personalkosten des Fernlehr-Instituts ab - einschließlich Versand der Lehrbriefe, der Fach- und Korrekturdienste, der ständigen Beratung und Begleitung sowie der organisatorischen Betreuung durch das Studiensekretariat.

4. Welche Zahlungsbedingungen sind im Fernstudium üblich?

Im Fernstudium gelten moderate Zahlungsbedingungen. Grundsätzlich wird monatliche Ratenzahlung vereinbart, so dass die Studierenden die laufenden Kosten ihrer berufsbegleitenden Weiterbildung aus ihren regulären Einkünften begleichen können. Die Gebührenrate wird fällig mit dem Eingang des Lehrmaterials, die Prüfungsgebühr bei Anmeldung zur Prüfung. Für die Ratenzahlung fallen keinerlei Zinsen an. Die Begleichung der ganzen Gebührensumme in einem Betrag vor Antritt des Studiums ist in begründeten Ausnahmefällen möglich.

5. Werden Praktika-, Zwischenprüfungs-, Seminar- und Prüfungsgebühren berechnet?

Nicht immer. Die Erhebung gesonderter Gebühren für solche Teil- oder Zusatzleistungen muss im Studienangebot bzw. im Informationsmaterial des Fernstudien-Veranstalters ausgewiesen sein.

6. Gibt es staatliche/öffentliche/gesetzliche Zuschüsse zu den Studiengebühren - zu welchen Bedingungen?

Ja, es gibt viele Möglichkeiten der finanziellen Hilfe durch die öffentliche Hand, niedergelegt in Gesetzen und Verordnungen: Das Sozialgesetzbuch (SGB III) vom 1. Januar 1998 sieht die Unterstützung im Rahmen der Förderprogramme der Agentur für Arbeit vor, die Bildungsgutscheine vergibt. Für staatlich anerkannte Fernstudien können Hilfen nach dem Bundes-Ausbildungs-Förderungs-Gesetz (BAFöG) beantragt werden. Fachkräfte, die sich fernlernend auf ihren Meister oder Techniker oder vergleichbare Berufsabschlüsse vorbereiten, haben Anspruch auf Förderung nach dem Aufstiegs-Fortbildungs-Förderungs-Gesetz (AFBG) vom 23. April 1996. Nach dem Soldaten-Förderungs-Gesetz können Soldaten auf Zeit Fördermittel erhalten; auch für Zivildienstleistende besteht die Möglichkeit staatlicher Studienhilfen. Außerdem bestehen Förderprogramme der Länder, etwa der "Bildungsscheck" in Nordrhein-Westfalen, der Teilnehmern zugutekommt, die in diesem Bundesland leben und arbeiten. Ausführliche Informationen über die Förderung und Zuschüsse Ihrer Weiterbildung bei der afw finden Sie unter → Tipps zur Finanzierung.

7. Werden mir Gebühren erstattet, wenn ich bei vorhergehender Belegung bestimmte Studienmodule bereits belegt und bezahlt hatte?

Ja, wenn der Studierende im Rahmen eines vorausgehenden Fernlehrgangs bei demselben oder anderen Anbietern früher bereits Lernmodule studiert oder Zwischenprüfungen abgelegt hat, die auch Teil seines neuen Lehrgangs sind, können ihm Gebühren erlassen werden. Der frühere Fernunterricht sollte nicht länger als drei Jahre zurückliegen. Diese Einschränkung besteht, weil die Lehrbriefe regelmäßig aktualisiert werden und weil die Vertragspartner darin übereinstimmen, dass stets der neueste Wissensstand vermittelt und bezahlt wird. Die Regeln hierfür differieren von Anbieter zu Anbieter.

8. Mit welchen weiteren Kosten muss der Fernlerner rechnen, wenn er zwischendurch an Präsenz-Veranstaltungen teilnehmen soll?

Wenn die Teilnahme an Präsenz-Veranstaltungen (Einführungs-Seminar, Fachseminar) zum Umfang des Studiums gehören, sind die Kosten hierfür meist in den Studiengebühren enthalten. Für fakultative Präsenz-Seminare erheben die Fernlehr-Institute mäßige Zuzahlungen. Fahrt-, Verpflegungs- und Übernachtungs-Kosten zahlt jeder Teilnehmer selbst.

9. Kann der Fernstudierende, der ein zweites oder drittes Fernstudium absolviert, mit Vergünstigungen (Rabatten) rechnen?

Mehrfach-Studien werden von den Fernlehr-Instituten unterschiedlich honoriert. Kulante und besonders teilnehmerfreundliche Träger gewähren Wiederholungs- und Freundschafts-Rabatte in unterschiedlicher Höhe auf die Studiengebühren, nicht aber auf die Prüfungsgebühr.

10. Welche Unterschiede in der Gebührenhöhe verschiedener Fernlehr-Institute gibt es?

Die Gebühren für Fernunterricht sind grundsätzlich frei gestaltbar und folgen den Gesetzen des freien Wettbewerbs; sie weichen deshalb zum Teil beträchtlich voneinander ab. Gebühren zweier beliebiger Wettbewerber sind nicht unbedingt vergleichbar, weil darin unterschiedliche Leistungen enthalten sind. Individuelle Studienberatung und Betreuung, intensive Einführungsseminare, zusätzliche studienbegleitende Präsenz-Veranstaltungen, Zugriff auf Online-Dienste usw. schlagen sich häufig in höheren Gebühren nieder.

V. Studienmaterial und Didaktik

1. Woraus besteht das Studienmaterial?

Fernstudien-Material besteht grundsätzlich aus gedruckten Lehrbriefen (Studienbriefen), die den Studierenden in regelmäßigen Abständen (meist monatlich) zur Verfügung gestellt werden. Je nach dem didaktischen Konzept des Lehrinstituts werden den Lehrbriefen Studienaufgaben beigefügt, die der Teilnehmer bearbeiten und deren Lösung er zur Kontrolle, Korrektur und Bewertung durch das Institut zeitnah zurückschicken soll.

2. Was ist ein Studienbrief und was sind Studienaufgaben?

Ein Studienbrief (Lehrbrief) ist Lernmaterial zu einem inhaltlich-thematischen Teilaspekt (Modul) des Fernstudiums, das pädagogisch-didaktisch entwickelt und aufbereitet ist und einem roten Lernfaden folgt. Studienbriefe werden von Praktikern des jeweiligen Fachs verfasst und mit Dialogen, Fallstudien, Aufgaben, Entscheidungshilfen und Hinweisen auf vertiefende Literatur versehen. Studienaufgaben beziehen sich immer auf die Inhalte des Studienbriefs, dienen der Lernkontrolle und sollen regelmäßig und zeitnah beim Veranstalter eingereicht und bewertet werden.

3. Gibt es das Studienmaterial nur in Papierform oder kann man es auch von der Website der Anbieter herunterladen?

Lernmaterial wird von den meisten Anbietern auch im Internet online zur Verfügung gestellt. Der Studierende wird durch sein persönliches Passwort autorisiert, in einem geschützten Bereich für ihn bereitgestellte, jeweils fällige Studienmaterialien abzurufen (herunterzuladen), die Lösung seiner Studienaufgaben einzustellen und deren Bewertung (Benotung) einzusehen.

4. Gibt es zusätzlich zum regulären Studienmaterial Online-Foren der Anbieter oder den Passwort-Zugang zu geschützten Foren?

Ja, die afw Wirtschaftsakademie zum Beispiel hat für ihre Studienteilnehmer im Internet die eAkademie (Login) eingerichtet. Darin verfügt jeder Teilnehmer über seinen geschützten Bereich, in dem seine Studienbriefe und -aufgaben und auch seine persönlichen Studiendaten sichtbar sind. In einem Forum kann er Kontakt zu Mitstudierenden aufnehmen, sich fachlich austauschen und an Diskussionen teilnehmen. In beide Bereiche kann er sich mit individuellen Zugangsdaten einwählen.

5. Wie stellen die Veranstalter und die Autoren eines Fernlehrganges die unbedingte Praxisnähe sicher?

Praxisnähe ist einer der erklärten System-Vorteile des Fernstudiums gegenüber einem theoretisch basierten Präsenzstudium. Praxisnähe gehört daher zu einem der wichtigsten Produkt-Versprechen aller Fernstudien-Anbieter, muss aber vom Studien-Interessenten hinterfragt werden. Seriöse Anbieter gewährleisten strikten Praxisbezug durch die kompromisslose Auswahl nur solcher Lehrbrief-Autoren, die langjährige Praxiserfahrungen in dem bearbeiteten Studienfach nachweisen können und die Sprache der Praxis sprechen (deren Terminologie beherrschen). Die Aufnahme fachspezifischer Fallstudien und die Beschreibung echter Praxisprobleme im Studienmaterial sind weitere Beispiele für Praxisnähe. Hoher Praxisbezug ist auch eines der wesentlichen Kriterien, nach denen die Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) jeden Studiengang überprüft, bevor sie ihn zulässt.

6. Wer sind die Verfasser/Autoren des Fernstudienmaterials?

Autoren sind langjährige Praktiker des jeweiligen Fachs, die uneingeschränkten Zugang zur heute herrschenden Praxis halten und das, was sie beschreiben, auch selbst erfolgreich praktizieren.

7. Bekommt der Studierende die gelöste Studienaufgabe bewertet zurück?

Ja, das gehört zu den Zulassungsbedingungen der staatlichen Prüfstelle ZFU. Das Fernlehr-Institut muss gewährleisten, dass es die Studienaufgaben durch einen fachlich versierten Mitarbeiter bewerten und benoten lässt. Die Bewertung der Studienaufgaben ist Kern der Lernerfolgs-Kontrolle und die Voraussetzung für die Anmeldung zur Abschlussprüfung.

8. Wer ist in der Regel bzw. im Einzelfall beim Fernlehr-Institut der Ansprechpartner der Studierenden?

Bei professionell organisierten Fernstudien-Veranstaltern hat der Studierende stets zwei Ansprechpartner: einen Studienberater für die berufliche und fachliche Betreuung und das Studiensekretariat für organisatorische und buchhalterische Fragen. Bei hochspezialisierten Anbietern ist ein Teil der Beratung unmittelbar bei der Institutsleitung (Geschäftsführung) angesiedelt.

9. Gibt es bei den Fernlehr-Instituten Mentoren, Tutoren oder eine ständige Betreuung durch individuell zugeordnete Lehrpersonen?

Die Fähigkeiten zu qualifizierter fachlicher Betreuung sind bei den Instituten sehr unterschiedlich ausgeprägt. Ein Teil notwendiger Beratung wird in zunehmendem Maße auf selbsterklärende elektronische Systeme verlagert. Nur professionell agierende, seriöse Institute behalten sich die unmittelbare Beratung in wiederkehrenden persönlichen Gesprächen vor. Sie sind jederzeit für die Beantwortung von Fragen und die Lösung von Problemen offen.

10. Organisieren die Veranstalter einen Erfahrungsaustausch unter ihren Studierenden? Und wie funktioniert das?

Der Erfahrungsaustausch wird häufig angeboten. Die afw Bad Harzburg als Spezialistin für die Weiterbildung von Führungskräften und Führungsnachwuchs, zum Beispiel, organisiert das Gespräch zwischen den Studierenden auf mehreren Ebenen: In der eAkademie können sich alle Teilnehmer in einem geschützten Forum austauschen. Die zum Fernstudium gehörenden Fach- und Managementseminare lassen viel Spielraum für Fachsimpeleien. Und bei der Projektarbeit im Team können die gegenseitig abgeklärten Erfahrungen mehrerer Teilnehmer in die Lösung einfließen.

11. Bei welchen Anbietern erhält der Studierende zusätzliche elektronische Lernhilfen?

Audio-visuelle und elektronische Lernhilfen sind heute allgemein üblich; sie werden mehr oder weniger von allen Fernlehr-Instituten angeboten. Die Anbieter stellen sie den Lernern als Vorlesungen, Fallstudien oder Anschauungshilfen zur Verfügung, bieten virtuelle Lernräume (Chats und Foren), setzen Online- oder Telefon-Tutoren ein oder gewähren den Passwort-Zugang zu ergänzenden Hintergrund-Informationen. Der Studienbrief in Papierform oder als PDF mit dem gedruckten Wort ist und bleibt jedoch immer die didaktische Grundlage der Übermittlung des Lernstoffs an Fernstudierende.

12. Kosten die elektronischen Lernhilfen zusätzliche Gebühren?

Nein, Online-Nutzungen werden meistens nicht extra berechnet, sondern sind in den allgemeinen Studiengebühren enthalten.

13. Ist die Teilnahme an Präsenz-Seminaren Pflicht und kostenpflichtig?

Zu den meisten Fernstudiengängen gehören keine Präsenz-Seminare. Und wenn, ist die Teilnahme daran nicht einheitlich geregelt. Bei der afw Wirtschaftsakademie ist bei den 6- bis 24-monatigen Fernlehrgänge grundsätzlich ein Fachseminar mit Prüfungsvorbereitung in den Studiengebühren enthalten. Fakultative Präsenz-Seminare können mit einer geringen Zuzahlung besucht werden.

14. Nehmen Fernstudierende in der Regel oder im Einzelfall an Projekten teil oder müssen sie eigene Projektarbeiten abliefern?

Staatlich zugelassene Fernstudien mit Projektarbeit wie zum Beispiel beim Betriebswirt der afw Wirtschaftsakademie sind besonders praxisnah, lebendig und beliebt. Projekte werden aber nur in seltenen Fällen angeboten - und wenn, dann sind sie Gegenstand der Beurteilung und verpflichtend. Projektarbeit ist typischerweise die Einzelleistung eines Studierenden anhand eines ausgewählten Themas aus der eigenen beruflichen Praxis. Ein Zusammenschluss mehrerer Studierender zu Projektteams ist möglich.

15. Erfolgt eine differenzierende Bewertung der Teilnehmerleistung?

Ja, dies ist in den Zulassungs-Bedingungen der Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) vorgeschrieben. Die Bewertung muss sich stets auf einzelne Leistungen des Studierenden während des Studiums beziehen, also auf das Lösen von Studienaufgaben, die Qualität einer Projektarbeit und auf die Antworten während der Abschlussprüfung.

16. Werden Diplome und Zertifikate für den internationalen Gebrauch und die Anerkennung im Ausland auch in anderen Sprachen ausgestellt?

Dies wird von Fernlernern, die im Ausland berufstätig sind oder sein wollen, immer häufiger nachgefragt. Der Studierende sollte selbst erkunden, welches Fernlehrinstitut Diplom- oder Zertifikats-Übersetzungen anbietet. Die afw Wirtschaftsakademie ist einer der Träger, die ihre Zeugnisse auf Deutsch und (bei Nachfrage) auch auf Englisch ausstellen.